In der Umgebung von Ravenna gibt es eine üppige und manchmal wilde Natur, die besonders mit dem Fahrrad einfach zu erreichen und zu erkunden ist:
Pinienwälder, Lagunen, Flüsse, Dünen, überschwemmte Wälder, Feuchtgebiete, Birdwatching-Wege, Fischerhütten, Schutzgebiete mit einer reichen Fauna und einzigartigen Geschichten.
Hier einige interessante Routen als Ausgangspunkt für neue faszinierende Entdeckungen.
Hinweis: Alle Gebiete dieser Routen befinden sich innerhalb des Po-Delta-Parks der Emilia-Romagna.
Der Startpunkt für diese Tour befindet sich an der Darsena von Ravenna (Hafenkai). Von hier aus geht es über die Viale Salona, die Via delle Industrie, die Via Romea Nord und durch das Industriegebiet Bassette.
Unmittelbar nach der Brücke über die Kanäle biegen wir rechts in einen unbefestigten Weg in Richtung des Hundeübungsplatzes ein.
Nach der Unterführung folgen wir der Via degli Zingari, passieren die Pumpstation Canala und kommen zur Tierauffangstation, wo der Weg wieder unbefestigt wird.
Von hier aus biegen wir links ab und gelangen in den üppigen Pinienwald von San Vitale.
Nach etwas mehr als 2 Kilometern auf dem Rad, immer noch in Richtung Norden, erreichen wir die Ca' Nova, wo ein Picknickplatz für eine angenehme Rast zur Verfügung steht.
Wir fahren weiter zum Kanal an der Via Cerba, biegen nach Überquerung der Brücke rechts ab und folgen dem Weg zu den Fischerhütten, den sog. "Padelloni". Hier eröffnet sich uns die herrliche Lagunenlandschaft der Pialassa della Baiona in ihrer ganzen Schönheit.
Vor Ihnen erstreckt sich ein Feuchtgebiet mit leicht brackigem Wasser und grasbewachsenen Dünen – ein Übergangsbereich zwischen Meer und Hinterland, ein einzigartiger Lebensraum, in dem auch sehr seltene Pflanzen und Tiere vorkommen, wie Nachtreiher, Rallenreiher, Reiher, Krähenscharben, Braunsichler und Löffelreiher.
Folgt man dem Pinienwald weiter in Richtung Norden, vorbei an jahrhundertealten Landzungen, die zwischen intensivem Blau und Grün zu schweben scheinen, gelangt man zur „Buca del Cavedone“ und anschließend zum „Fossatone“.
Kurz hinter der Brücke biegen wir nach Westen ab und stossen auf das faszinierende Oratorium der Madonna del Pino (Pinien-Madonna), ein kleines religiöses Gebäude inmitten des Pinienwaldes.
In der Nähe der nächsten Brücke biegen wir rechts ab und erreichen die Ca' Vecchia, ein weiteres schönes Haus im Pinienwald, das heute der Sitz der "Carabinieri Forestali" ist.
Auf der Via Fossatone lassen wir Ca' Vecchia hinter uns, kehren auf die Staatsstraße Romea zurück und fahren ein kurze Strecke in Richtung Ravenna bis zum Parkplatz der Oase Punte Alberete.
Dieser unglaubliche überschwemmte Wald, einer der letzten in Europa, darf nur zu Fuß besichtigt werden. Lassen Sie daher einfach Ihre Fahrräder für einen Moment stehen und tauchen Sie ein in ein fast urzeitliches Szenario.
Dieses Biotop, das im System der Schutzgebiete der Emilia-Romagna und im Natura-2000-Netz der Europäischen Union von großer Bedeutung ist, konnte von den letzten, bereits in den 1960er Jahren geplanten Trockenlegungsmaßnahmen ausgenommen werden.
Auf einem etwa 1-stündigen Rundweg kann man in den Wald eindringen, ohne ihn zu beeinträchtigen, und seine ganz besondere Beschaffenheit bewundern, eine eindrucksvolle Abwechslung von hygrophilen (feuchtigkeitsliebenden) Wäldern, überschwemmten Wiesen und offenen Flächen.
Ein Mosaik aus Binsen, Seggen und Zephirlilien, bevölkert von Flussnachtigallen, Reihern, Ibissen und vielen anderen, häufig geschützten Vogelarten, die diesen Ort zu einem wahren Paradies für Birdwatcher machen.
Zurück nach Ravenna geht's über die Staatsstraße Romea oder durch den Pinienwald, vorbei am Park 2 Giugno, weiter in Richtung Reitverein „Circolo Ippico Ravennate“ und nach Ca’ Nova. Von dort geht es auf dem selben Weg zurück, wie wir angefangen haben.
Wenige Kilometer nördlich von Ravenna liegt der Ort Sant'Alberto, die letzte Bastion der Romagna, bevor wir in das Gebiet der Provinz Ferrara gelangen.
Hier befindet sich das NatuRa-Museum, das Ausgangspunkt vieler geführter Touren in dieser Gegend ist und auch Startpunkt unserer Radtour.
Wir verlassen die Stadt in Richtung Norden, überqueren den Fluss Reno mit der malerischen elektrischen Fähre und fahren am Südufer der Valli di Comacchio (Lagune von Comacchio) entlang.
Nach einigen hundert Metern erblickt man links die Oase von Boscoforte, ein uralter Dünenstreifen, der vor fast dreitausend Jahren durch die ständige Einwirkung von Wasser, Sand und Wind entstanden ist und in das Brackwasser hineinragt.
Diese fast 7 km lange und praktisch unberührte Halbinsel kann nur im Rahmen geführter Exkursionen besichtigt werden und ist Heimat von einigen sehr seltenen Pflanzen- und Tierarten.
Schilf, Tamarisken und Salicornia (Queller) bieten ein exzellentes Habitat für zahlreiche Vogelarten, sowohl sesshafte als auch Zugvögel, wie die majestätischen rosa Flamingos, Brandgänse, Stelzenläufer, Säbelschnäbler, Löffler und viele andere.
Die vielleicht eindrucksvollste und unerwartetste Begegnung bleibt jedoch die mit den weißen Camargue-Pferden des Deltas, die seit vielen Jahren in diesem wilden und uralten Landstrich frei umherstreifen.
Ein Teil der Valli di Comacchio (Lagune von Comacchio), der südlichste, der durch den Fluss Reno begrenzt wird, gehört zum Gebiet von Ravenna und umfasst einige sehr wichtige Natur- und Landschaftsschutzgebiete. Beispielsweise die Oase Valle Furlana und die Oase Volta Scirocco - zwei außergewöhnliche Orte sowohl aufgrund ihrer Vegetation als auch ihres Vogelbestands.
Fährt man am Fluss Reno entlang Richtung Meer hat man vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung einen weiten, atemberaubenden Blick auf die Lagune mit ihren Wasserflächen, auf die Sandinseln mit Binsen und Weißpappeln, auf denen Schwäne, rosa Flamingos, Säbelschnäbler, Brandgänse, Zwergseeschwalben, Rohrweihen und Stelzenläufer nisten.
Ein absolutes Muss ist der neue Rad- und Wanderweg "Argine degli Angeli" (Engelsdamm), der auf dem Deich zwischen der Valle Furlana und Valle Lido di Magnavacca verläuft und es ermöglicht, die Lagune von Comacchio aus einer besonders eindrucksvollen Perspektive zu erkunden.
Sobald wir zur Staatsstraße Romea kommen, fahren wir parallel zu ihr auf der Via Bellocchio, biegen dann in die Romea Richtung Süden ein, bis wir den Fluss überqueren. Danach biegen wir nach Westen ab.
Über die Via Corriera Antica erreichen wir die Fattoria Guiccioli, wo Anita Garibaldi starb, und folgen dann dem Canale in Destra Reno bis zur Ortschaft Mandriole.
Nach Überqueren des Kanals fahren wir auf der Via Celletta bis zum Ende, biegen dann links ab und beginnen unsere Rundtour entlang der Valle di Mandriole und dem Bardello.
Wenn man dem Hauptkanal in Richtung Osten folgt, gelangt man zu einem Wachturm, von dem aus man einen herrlichen Blick auf die wunderschöne Lagunenlandschaft und den Pinienwald von Badalassona genießen kann.
Die Valle Mandriole oder della Canna ist infolge der außergewöhnlichen Überschwemmungen verursacht durch den Lamone-Fluss im Jahr 1839 entstanden und wird auch heute noch regelmäßig entwässert und überflutet, um die Entwicklung der Vegetation und des Wasserlebens zu fördern.
Zu den Pflanzen- und Tierarten, die in dieser Umgebung besonders häufig zu beobachten sind, gehören Binsen, weiße Seerosen, Aschweiden und Salicornia (Queller) sowie Schwäne, Silber- und Purpurreiher, Nachtreiher, Seidenreiher, Krähenscharben und Löffler.
Wir fahren vom Turm weiter unter der Staatsstraße durch und am Baronia-Entwässerungskanal entlang bis zur Bassa del Bardello, einer etwa hundert Hektar großen, überschwemmten Wiese, die sich durch ihre vielfältige Flora auszeichnet und von verschiedenen Tierarten bevölkert wird, darunter Wasserschildkröten, Haubentaucher, Reiher und Graureiher.
Das Wasser weicht dann abrupt der Vegetation, und der Weg führt jetzt nach Süden durch den Pinienwald, bis zum Fluss Lamone, dem wir Richtung Westen folgen, bis wir wieder die Staatsstraße passiert haben.
Auf dem letzten Abschnitt folgen wir dem Verlauf der Lagune bis zu Ende, indem wir zunächst nach Norden und dann nach Osten abbiegen bis zur Via Celletta, die uns wieder in die Ortschaft Mandriole zurückführt.
Von hier aus können Sie nun nach Sant'Alberto zurückfahren. Folgen Sie dazu dem Südufer des Canale di Bonifica (Via Alfredo Poggi und dann Via Argini Circondari).
Ein hervorragender Ausgangspunkt für diese Radtour ist das Museum Classis - Museum der Stadt und des Territoriums, das sich in der Ortschaft Classe vor den Toren Ravennas befindet und auch mit dem Zug vom Stadtzentrum aus mit dem Fahrrad erreicht werden kann.
Über die Via G. Morgagni erreicht man einen Rad- und Feldweg, der entlang der Bahnlinie verläuft und dann unter der Via Classicana hindurch- und durch die Felder bis zur Kreuzung mit der Via della Sacca führt, wo sich einer der Eingänge zum herrlichen Pinienwald von Classe befindet.
Dieser Pinienwald, der sich heute im Besitz der Stadtverwaltung von Ravenna befindet, wurde seit dem Jahr 1000 von der klösterlichen Gemeinschaft der Kamaldulenser-Mönche geschützt und erhalten, die um die Basilika Sant'Apollinare in Classe angesiedelt waren.
In dieser grünen Oase der Ruhe gibt es verschiedene Rast- und Aussichtspunkte und jahrhundertealte Bäume wie Steineichen, Flaumeichen und Hainbuchen sowie ein reichhaltiges Unterholz, das oft Zutaten für die lokale Küche liefert, wie Spargel, Liguster, Schlehen, Vogelbeeren und Mispeln.
Fährt man weiter Richtung Süden, erreicht man im Herzen des Pinienwaldes nach Überqueren einer kleinen Brücke und kurzem Abzweig nach Westen den Parco 1° Maggio (1. Mai-Park).
Dank seiner Sanitäranlagen, Feuerstellen, Esstische und einer weitläufigen Wiese ist dieser Ort seit jeher ein legendärer Treffpunkt für unvergessliche Picknicks und Tage im Freien.
Von hier aus kann man verschiedene Ausflüge in die Natur machen. Außerdem finden hier zu verschiedenen Zeiten im Jahr traditionelle Volksfeste statt, wie das Trüffel-Fest und Pinienkern-Fest.
Wenn man den Park in südöstlicher Richtung verlässt, erreicht man die Brücke "Ponte delle Botole", über die man den Kanal überquert und in Richtung Cervia weiterfährt.
Nach einigen Kilometern öffnet sich der Pinienwald plötzlich und gibt den Blick auf die Schönheit der Valle dell'Ortazzo und des Feuchtgebiets von Ortazzino frei.
Es handelt sich um ein ausgedehntes Feuchtgebiet, in dem sich Teiche, Schilfgürtel, Pinienwälder und mediterrane Vegetation abwechseln, sowie um ein Brackwassergebiet, das ständig vom salzhaltigen Grundwasser sowie von den Hochwassern des Bevano und des Fosso Ghiaia beeinflusst wird.
Südlich der Ortazzo-Lagune befindet sich Ortazzino, ein an den Strand angrenzendes Gebiet, das aus einem System aus hinter den Dünen aufgestauten Teichen, Schilf, Dünen und einer Vegetation aus einer Mischung von mediterraner Macchia und Sträuchern des kontinentalen Klimas besteht.
Von einem der Birdwatching-Türme aus kann man Flamingos, Reiher, Stelzenläufer, Seeschwalben und Schwarzkopfmöwen beobachten. In Richtung Süden schmücken idyllische Fischerhütten den Lauf des Baches und setzen Akzente in der Landschaft.
Wir fahren den Weg zurück, der uns hierher geführt hat, und gelangen zu einer kleinen hölzernen Fußgänger- und Fahrradbrücke, über die wir das Nordufer des Fosso Ghiaia erreichen.
Fährt man weiter Richtung Osten kommt man an einem weiteren Wachturm vorbei und kurz darauf in das Schutzgebiet der Mündung.
Von allen magischen Orten an der Riviera di Ravenna ist die Mündung des Bevano wohl der unglaublichste.
Sie hat sich rund um die Mäander der Flussmündung entwickelt, von denen einige bereits ausgetrocknet sind, und ist bis heute fast unversehrt erhalten geblieben; daher steht dieses Mündungsgebiet unter Naturschutz und ist nur eingeschränkt zugänglich. Vom Ende des Winters bis Mitte Sommer ist es ausschließlich den Tieren vorbehalten, die sich hier fortpflanzen, sowie den Pflanzen, die hier ungestört und wild wachsen.
In der Regel ist dieses Gebiet ab Mitte Juli zugänglich. Es besteht aus Wäldern, noch intakten Sanddünen, Sumpfgebieten, Sandbänken, Brackwasserteichen und maritimen Feuchtgebieten, in denen es jede Menge wissenschaftlich interessante Organismen gibt. Vom Aussichtsturm aus hat man einen außergewöhnlichen Blick auf die Küste, wie sie vor Tausenden von Jahren ausgesehen haben muss.