Auf den Spuren der Familie Este

Die Orte des Herzogtums der Este in der Provinz Reggio Emilia

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Das Haus Este, dessen Mitglieder auch als "Estensi" bekannt sind, war eine alte italienische Dynastie, die u. a. über die Gebiete von Ferrara, Modena und Reggio Emilia herrschte.

Die Geschichte der Stadt Reggio Emilia ist eng mit der Geschichte der Familie Este verflochten: eine komplexe und oft konfliktreiche Beziehung, die 1797 mit der Entstehung der ersten Trikolore endete, dem Symbol der Befreiung von der despotischen Herrschaft des Herzogs.

Um die Stätten der Familie Este in Reggio Emilia zu entdecken, laden wir Sie ein, den Etappen dieses Rundgangs zu folgen: Ausgehend von der antiken Zitadelle, dem Symbol der herzöglichen Macht, lernen wir die Persönlichkeiten kennen, die mit der Stadt Reggio Emilia verbunden sind, folgen den historischen Ereignissen im Zusammenhang mit der Herrscherfamilie Este und besuchen alte Parks und Wege, die uns in die Provinz führen.

Nützliche Infos
Diese Tour kann man zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen, um den langsamen Übergang von der Stadt in die Natur zu genießen.

 

  • web.Dauer
    48 Stunden
  • web.Interessen
    Kunst & Kultur
  • web.Zielgruppe
    Paare
  • Erste Etappe - Öffentliche Gärten Reggio nell'Emilia

    Im Herzen von Reggio Emilia stellen die öffentlichen Gärten eine grüne Oase dar, in der sich Geschichte und Erinnerungsorte der Stadt miteinander verflechten und einen ersten Einblick in die Vergangenheit der Stadt bieten.

    Auf dem Gelände der heutigen Gärten, die Mitte des 19. Jh. angelegt wurden, stand einst die alte Zitadelle, eine Festungsanlage, die ab 1339 von der Familie Gonzaga als Machtzentrum errichtet wurde. Im Laufe der Jahrhunderte blieb die Anlage auch während der Herrschaft der Este unverändert, bis sie 1848 abgerissen wurde. Heute dient das Areal der Freizeitgestaltung und bietet mit seinen von Bäumen gesäumten Alleen und Grünflächen ideale Voraussetzungen für einen entspannten Spaziergang im Stadtzentrum.

    Nicht verpassen

    • Die Statue von Ludovico Ariosto, die in den Gärten aufgestellt wurde, um an seine enge Verbindung zur Stadt zu erinnern.
    • Die von Bäumen gesäumten Alleen, ideal für eine entspannte Pause vor der weiteren Entdeckungstour zu den Museen und Plätzen in der Nähe.

     

  • Zweite Etappe - Palast der Museen Reggio nell'Emilia

    Nur wenige Schritte von den öffentlichen Gärten entfernt ist der Palazzo dei Musei eines der wichtigsten kulturellen Zentren der Stadt, in dem Geschichte, Kunst und lokale Identität zusammenkommen.

    Im Museum gibt es einen Rundgang, der der Geschichte von Reggio Emilia und der Rolle des Hofes der Este gewidmet ist, mit Werken und Zeugnissen, die die Verbindung zwischen der Stadt und ihrer Vergangenheit in der Renaissance veranschaulichen.
     

    Zu den wichtigsten Elementen gehören:

    • Kunstwerke, die mit der künstlerischen Kultur der Este in Verbindung stehen
    • Die Darstellung der Beziehungen zwischen der Stadt und anderen europäischen Zentren
    • Die Abteilungen, die sich mit der Darstellung der Welt und der geografischen Entdeckungen in der Renaissance sowie der Stadtgeschichte befassen.

    Wissenswertes

    Im Stadtmuseum gibt es eine Dauerausstellung, die der Familie Este gewidmet ist: Die Ausstellung beginnt mit einer Kopie des berühmten Gemäldes Die Heilige Nacht ("La Notte") von Correggio (Die Anbetung der Hirten), das Francesco I. d’Este ursprünglich aus der Basilika San Prospero für seine Hofsammlung entnehmen ließ und das schließlich im Rahmen des unglückseligen Verkaufs durch Francesco III. d'Este nach Dresden gelangte (wo es heute in der Gemäldegalerie Alte Meister hängt).

    Die moderne Gestaltung macht den Besuch spannend und leicht zugänglich.

  • Dritte Etappe - Piazza del Monte Reggio nell'Emilia

    Im Herzen der Altstadt erzählt die Piazza del Monte eine Geschichte geprägt von Handel, Erfindungsreichtum und Persönlichkeiten der Renaissance, die zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt beigetragen haben.

    Bei einem Spaziergang über den Platz lassen sich bedeutende Zeugnisse der ehemaligen Woll- und Seidenzünfte bewundern, deren Tätigkeit für das Wachstum von Reggio Emilia von entscheidender Bedeutung war:

    • Palazzo dei Mercanti del Panno (Tuchhändler), erkennbar an seinem mit einem Widder verzierten Kapitell
    • Palazzo Busetti, ein elegantes Gebäude aus dem 17. Jh. , das mit der Seidenproduktion und dem Seidenhandel in Verbindung steht.

    Wissenswertes

    • Im 16. Jahrhundert wurde die Entwicklung der Seidenindustrie auch durch die Initiative von Lucrezia Borgia gefördert, was zum lokalen Wirtschaftswachstum beitrug.
    • Der Canale Maestro war für diese Tätigkeiten unverzichtbar: Das Wasser wurde in den Spinnereien, beim Färben und bei den Verarbeitungsprozessen genutzt.

     

  • Vierte Etappe - Trikolore-Saal und -Museum Reggio nell'Emilia

    Beim Weitergehen durch die Altstadt von Reggio Emilia stößt man auf einen der repräsentativsten Orte der Stadt, ein Symbol für ihre historische und kulturelle Identität.

    Der heutige Trikolore-Saal wurde 1772 vom Architekten Ludovico Bolognini im Auftrag des Herzogs Francesco III. d’Este entworfen, um ein neues Stadtarchiv zu schaffen.
    Die Arbeiten wurden 1787 abgeschlossen, doch der Saal blieb bis 1796 ungenutzt, bis er als Sitz des Kongresses der Cispadanischen Republik ausgewählt wurde.

    Wissenswertes

    Der Saal ist auch heute noch institutioneller Sitz und symbolischer Ort der Stadt, und seine feierliche Atmosphäre erinnert an einen der wichtigsten Momente der lokalen Geschichte.

    Kuriosität

    Zur Präsentation des Entwurfs für den Saal fertigte der Tischler Giovanni Benassi ein Holzmodell an, das heute im Staatsarchiv aufbewahrt wird.

  • Fünfte Etappe - Palazzo Ducale (Herzogspalast) Reggio nell'Emilia

    Beim weiteren Schlendern durch die Altstadt von Reggio Emilia stößt man auf ein Gebiet voller historischer Zeugnisse, in dem monumentale Gebäude und alte Stadtviertel von Jahrhunderten des städtischen Lebens zwischen herzöglicher Macht, Frömmigkeit und Gemeinschaftsleben erzählen.

    Sehenswürdigkeiten

    • Palazzo Ducale (Herzogspalast) – ein elegantes Gebäude, das 1783 als Sitz des Gouverneurs errichtet und später dem Herzog Francesco IV. d’Este geschenkt wurde, der es als Stadtresidenz nutzte. Im Palast sind Temperamalereien von Vincenzo Carnevali und Prospero Minghetti erhalten.
    • Basilika Madonna della Ghiara, erbaut von der Gemeinde Reggio Emilia mit Unterstützung der Este nach einem als Wunder geltenden Ereignis. 
    • Das alte jüdische Ghetto – in der Nähe der Piazza Gioberti, mit einem Geflecht historischer Gassen wie der Via dell’Aquila, der Via Monzermone, der Via Caggiati, der Via della Volta, der Via Gennari und der Via San Rocco.

    Wissenswertes

    • Das jüdische Ghetto wurde 1669 auf Wunsch der Herzogin Laura Martinozzi eingerichtet.
    • Die Via dell’Aquila verdankt ihren Namen dem Adler im Wappen der Familie Este, der den Eingang zum Viertel zierte.
    • Die Tore des Ghettos wurden mit dem Einmarsch der napoleonischen Truppen beseitigt.

    Lassen Sie sich bei einem Besuch dieses Viertels von den architektonischen Details und der Atmosphäre der historischen Gassen verzaubern.

     

  • Sechste Etappe - „Passeggiata Ducale“ (Herzogspromenade) Reggio nell'Emilia

    Von der Altstadt von Reggio Emilia aus kann man einen faszinierenden Ausflug in die Welt der Geschichte, Landschaft und Architektur unternehmen: Folgen Sie der „Passeggiata Ducale“ (Herzogspromenade) oder „Settecentesca“, einer Route, die die Stadt mit ihrem wunderschönen Umland verbindet und dabei einem städtebaulichen Konzept von großem Wert folgt.

    Dieser Weg, der sich über etwa 2 km von der Piazza Gioberti bis zur San Pellegrino-Brücke erstreckt und dann weiter in Richtung der "Reggia di Rivalta" durch den Flusspark des Crostolo führt, verläuft entlang zweier wichtiger städtischer Achsen:

    • Viale Umberto I, historischer Boulevard aus dem 18. Jahrhundert
    • Corso Garibaldi, entstanden im ehemaligen Flussbett des Crostolo

    Entlang der Strecke schaffen Plätze und Grünflächen eine Kontinuität zwischen Stadt und Landschaft, begleitet von der ständigen Präsenz des Wassers: von den wunderschönen neuen Wasserflächen auf den Plätzen bis hin zu den monumentalen Brunnen und den Wasserbecken der Reggia.

    Sehenswürdigkeiten

    • Die monumentalen Brunnen und Obelisken der Viale Umberto I.
    • Die Statuen der vier Jahreszeiten, die an ihren ursprünglichen Standort zurückgebracht wurden.
    • Der Naturpfad am Crostolo entlang bis zur Reggia di Rivalta.

    Wissenswertes

    • Der Boulevard wurde vom Architekten Ludovico Bolognini entworfen und stellt eines der wichtigsten städtebaulichen Projekte der Ära der Este dar.
    • In der Nähe der San Pellegrino-Brücke ist ein neuer Rad- und Fußgängerzugang zum touristischen Netz des Ducato Estense (Herzogtums der Este) geplant, mit speziellen Angeboten für Besucher und Radfahrer.

     

  • Siebte Etappe - Reggia di Rivalta. Park und Residenz Reggio nell'Emilia

    Eingebettet in die grüne Landschaft entlang der „Passeggiata Ducale“ ist die Reggia di Rivalta eines der bedeutendsten Zeugnisse der Residenzen der Familie d’Este im Gebiet von Reggio Emilia.

    Mit dem Bau wurde 1724 auf Wunsch von Francesco Maria d’Este und seiner Frau Carlotta Aglae d’Orléans begonnen. Der Entwurf wird Giovan Maria Ferraroni zugeschrieben, später wurde er von Francesco Bolognini und Giovan Battista Bolognini fortgeführt, während der Garten von Jean de Baillou gestaltet wurde.

    Heute kann man dank umfangreicher Sanierungsmaßnahmen durch den rund 26 Hektar großen Park spazieren und dabei die Landschaft mit ihrem wunderbaren Zusammenspiel zwischen Natur und Architektur bewundern:

    • den Belvedere (Aussichtspunkt)
    • den Potager (Obst- und Gemüsegarten)
    • das Wassersystem mit Becken und Wegen
    • die Grotten und Fußwege

    Wissenswertes

    • Die Reggia war Teil eines größeren Komplexes, zu dem auch die „Passeggiata Ducale“ und weitere Villen in der Umgebung gehörten.
    • Ab 1796, mit dem Einmarsch der französischen Truppen, begann der allmähliche Niedergang des Komplexes, begleitet von Abrissarbeiten und Umgestaltungen des Geländes.
    • Von dem ehemaligen Komplex sind heute nur noch einige Teile erhalten, darunter der verbliebene Flügel des Palastes und die Hofkapelle, die von der ursprünglichen Pracht der Reggia zeugen.

    Nützliche Infos

    • Der Park ist für alle zugänglich und barrierefrei.
    • Es gibt Beleuchtung, Sitzgelegenheiten, Bänke und Sanitäranlagen für Besucher.

  • Achte Etappe - Villa Mauriziano Reggio nell'Emilia

    Entlang der Via Emilia, in der Ortschaft San Maurizio, führt ein großer Backsteinbogen aus dem 16. Jh. auf die von Bäumen gesäumte Zufahrtsallee zur Villa Mauriziano, der Sommerresidenz der Malaguzzi (der Familie mütterlicherseits von Ariost). Hier verbrachte der Dichter, erschöpft von den Verpflichtungen am Hofe, erholsame Ferien. Im Innern kann man die Dekorationen der sog. „Camerini“ (Zimmerchen von Ariost, den Dichtern und den Horatiern) bewundern, mit Fresken aus dem 16. Jh., die Jagdszenen, Landschaften, Liebesszenen, historische Episoden und literarische Persönlichkeiten darstellen und ganz im Einklang mit dem höfischen und literarischen Geschmack der damaligen Zeit stehen.

    Auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität können dank des Projekts „Furiose Interazioni“ die Innenräume der Villa besichtigen. Im Palazzo Vecchio del Mauriziano, der sich neben der Villa befindet und von einer Gruppe von Vereinen aus Reggio Emilia betrieben wird, können verschiedene Bildungsangebote wahrgenommen werden: eine Führung durch die didaktische Essigmanufaktur "L'aceto di Ludovico Ariosto" (Der Essig von Ariost) und der Besuch der didaktischen Eselsfarm "Asini di Reggio Emilia" (Die Esel von Reggio Emilia).

    Wissenswertes

    • Die Villa diente dem Dichter Ariost als Rückzugsort, fernab von den Verpflichtungen am Hof.
    • Die Fresken stellen Geschichten der Literatur als auch Episoden des Alltagslebens und Liebesspiele dar, wie sie für die Renaissance typisch waren.

    Nützliche Infos

     

  • Neunte Etappe - Rocca di Scandiano Scandiano

    Weiter geht es nach Scandiano , wo wir eines der imposantesten Gebäude der Provinz entdecken können, ein Symbol für Geschichte, Kunst und herrschaftliche Macht. Hier haben sich berühmte Persönlichkeiten aufgehalten und außergewöhnliche Ereignisse zugetragen.

    Die Rocca dei Boiardo entstand im 13. Jh. und wurde in den folgenden Jahrhunderten durch Umbauten im mittelalterlichen, Renaissance- und Barockstil verändert. 

    Zu den mit der Burg verbundenen Persönlichkeiten zählen:

    • Francesco Petrarca, der berühmte italienische Dichter, hielt sich hier einige Zeit auf
    • Matteo Maria Boiardo wurde hier geboren
    • Papst Paul III. Farnese und Johannes Calvin, der große Reformator, waren hier zu Gast
    • In den Kellerräumen führte der berühmte italienische Wissenschaftler Lazzaro Spallanzani Experimente durch.

    Der Rundgang umfasst das "Appartamento Estense" mit Sälen aus dem 16. Jh., die im 18. Jh. von den Markgrafen von Este umgestaltet wurden:

    • Sala dei Gigli (Liliensaal): mit Fresken und Ansichten von Scandiano
    • Sala del Camino (Kaminzimmer): Dekorationen im Rokokostil
    • Sala del Drappo: Freske eines kostbaren Tuches, das das Deckengewölbe umgibt
    • Sala dell’Alcova: Fresken mit Szenen aus den Feldzügen der Este
    • Sala delle Aquile (Adlersaal): Büsten von Luigi, Borso, Foresto und Rinaldo d’Este, Werke des Modeneser Bildhauers Castellino

    Wissenswertes

    • Bis ins 18. Jahrhundert gab es in der Burg einen Freskenzyklus von Nicolò dell’Abate, der heute in der Galleria Estense in Modena zu sehen ist
    • In der Rocca dei Boiardo waren häufig Gelehrte, Künstler und religiöse Persönlichkeiten von großer Bedeutung in ganz Europa zu Gast.

    Ein idealer Zwischenstopp für alle, die lokale Geschichte, Renaissancekunst und die Atmosphäre mittelalterlicher Burgen lieben.

Letzte Aktualisierung 18/08/2026

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